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Mehr Speicher für die Konsole

 Mehr Speicher für die Konsole

Die Spiele der heutigen Generation sind speicherfressende Ungeheuer!

Das geben selbst die Programmierer zu. Auf die Frage, ob es nicht möglich wäre die Spiele auch kleiner zu machen oder zu komprimieren, antwortete ein Programmierer: „Geht schon – aber wozu?“.

Es liegt tatsächlich an der Kapazität die den Nutzern heute zur Verfügung steht.

Prinzipiell ist das auch gar nicht so falsch. Die Konsolen kommen mit einem internen Speicher von 500 GB oder gar einem Terrabyte auf den Markt. Klingt natürlich auch nach gar nicht so wenig.

Wenn man dann aber einmal nachschaut wie groß die aktuellen AAA-Titel sind, dann ist das schon wieder anders.

Nehmen wir eine Xbox One mit 500 GB internem Speicher. Dieser ist nicht austauschbar, bzw. die interne Festplatte ist selbst für Profis nahezu unmöglich durch ein anderes Festplattenlaufwerk zu ersetzen. Die Gefahr ist groß, dass während dem Umbau die Konsole irreparable Schäden davonträgt. Dies liegt am Design der Konsole – und das hat sich auch bei der Xbox One S und der X nicht geändert.

Hinzu kommt, dass der interne Speicherplatz von 500 GB nicht komplett für die Spielinstallation zur Verfügung steht. So werden rund 130 GB für interne Zwecke reserviert. Denn das Betriebssystem, Apps und Spielstände belegen ebenfalls einen Teil der Festplatte. Hinzu kommt, dass bei Streaming-Apps wie Netflix oder Spotify ein Teil des Speichers für die Zwischenspeicherung der Film- bzw. Musiktitel genutzt wird.

Auch für ein Update muss noch ausreichend Speicherplatz vorhanden sein. Um dies zu gewährleisten wird eben ein gewisser Teil des internen Speichers reserviert. Bei der Xbox One stehen daher nach dem ersten Start lediglich 362 GB zur Nutzung zur Verfügung.

Microsoft selbst schreibt dazu in ihrer FAQ (= Frequently Asked Questions / Häufig gestellte Fragen):

Daher ist es unausweichlich zu einem externen USB-Speicher zu greifen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es ein im Handel erhältlicher “Xbox Erweiterungsspeicher” ist oder eine überall erhältliche externe USB-Festplatte. Lediglich 2 Faktoren müssen erfüllt werden:

  1. Es muss ein USB 3.0-Laufwerk sein
  2. Der Speicher muss mindestens 256 GB zur Verfügung stellen.

Die genannten Mindestanforderungen erfüllt man aufgrund des Verlangens nach Geschwindigkeit (USB 3.0) und Freiheit (2 TB+) in der Regel ohnehin ...

Eine Ausnahme bilder hier jedoch Nintendo! Die Speichererweiterung der Switch erfolgt hier per SD-Karte. Doch auch für diese sind inzwischen mit Speichergrößen jenseits der 500 GB-Grenze verfügbar.

Um euch bei der Wahl eines externen Speichers etwas zu unterstützen haben wir einmal kurz zusammengefasst, worauf man achten sollte und welche Laufwerkstypen in Betracht kommen.

 Wie will ich die Festplatte nutzen?

Das ist wohl der wichtigste Punkt, denn es lässt gleich das ein oder andere Auswahlkriterium überspringen.

Mögliche Verwendungszwecke wären:

  • Reines Datenlaufwerk für die Installation von Spielen und DLCs als „festes“ Laufwerk an der Konsole
    Bei dieser Option, nämlich der Nutzung als reine Speichererweiterung, wäre durchaus aus eine 3,5“-Festplatte lohnenswert, aber auch eine 2,5"-Festplatte könnte hier Verwendung finden.
  • Mischlaufwerk zur Nutzung sowohl als Installationsmedium an der Konsole als auch für Daten die vom Computer kommen (beispielsweise Filme, Musik oder Fotos).
    Hier stellt sich die Frage, wie oft der Umbau notwendig wäre. Würde man einmal im Monat die Daten am PC austauschen wollen, könnte man noch über die Lösung mit Formfaktor 3,5“ nachdenken – aber in der Regel wäre hierfür eine 2,5“-Festplatte die bessere Wahl.
  • Reines Medienlaufwerk auf dem sich Filme, Fotos und Musik befinden und sowohl an der Konsole, wie auch am PC, TV oder sonstwie genutzt werden sollen.
    In diesem Fall liegt von vornherein eine 2,5“-Festplatte als Empfehlung an, da nur diese ohne Probleme und großen Aufwand an- und abgesteckt werden kann. Einfach am PC oder Notebook anschließen, mit Daten füllen und auf dem TV oder der Konsole weiterverwenden.

Auch eine Nutzung am Tablet oder Smartphone sind denkbar, sofern die Schnittstelle ausreichend Strom bietet. Ob USB 3.0 dann unbedingt notwendig ist hängt hier von den Datenmengen ab, die regelmäßig ausgetauscht werden.

In diesem Fall wäre es vielleicht sogar sinnvoll über eine vierte Lösung nachzudenken. In der heutigen Zeit bieten nahezu alle Router auch die Möglichkeit ein USB-Gerät anzuschließen. Im Falle eines USB-Sticks oder eben einer externen Festplatte besteht somit die Möglichkeit diesen Massenspeicher als NAS (= Network Attached Storage / im Netzwerk angeschlossener Datenspeicher) zu verwenden. Somit wären die Daten auf diesem Datenträger für alle im Netzwerk angeschlossenen Geräte sicht- und nutzbar! Und das sogar gleichzeitig.

 Der Formfaktor

Der Formfaktor gibt die physische Größe der Festplatte an. Diese ist in der Regel in zwei Größenordnungen anzutreffen:

2,5 Zoll / 6,4 cm
und
3,5 Zoll / 8,9 cm

Die Größenangabe bezieht sich jeweils auf die Platte der Festplatte. Die Länge und Breite einer Festplatte ist in der Regel ebenfalls genormt, kann aber bei SSD-Festplatte ein wenig abweichen, was bei manchen externen Gehäusen zu kleineren Problemen führen kann.

Weshalb sollte man jetzt bei den Beispielen Misch- und Medienlaufwerk auf jeden Fall eine 2,5“-Festplatte wählen?
Das hat einen einfachen Grund: Eine 3,5“-Festplatte läuft meist mit einer sehr hohen Drehzahl (in der Regel zwischen 5.400 und 5.600 Umdrehungen/Minute; bei schnelleren Festplatten auch mit 7.200 UpM und bei extremen Gaming-Platten sogar mit bis zu 10.000 Umdrehungen pro Minute) und muss aufgrund der Plattengröße auf einen starken Motor zurückgreifen. All das verlangt nach einer Menge Strom – und dieser kommt durch ein zusätzliches Netzteil. Hinzu kommt, dass eine 3,5“-Festplatte wesentlich mehr Wärme erzeugt und einen höheren Geräuschpegel als ein vergleichbares Pendant mit 2,5”. Ausgenommen sind hier logischerweise SSD-Laufwerke.

Somit ist es immer notwendig bei einer externen 3,5“-Festplatte ein externen Netzteil anzuschließen um dem Datenspeicher ausreichend Power zur Verfügung zu stellen. Eine 2,5“-Festplatte ist da wesentlich sparsamer und es genügen in der Regel die 500 mAh die vom USB-Anschluss zur Verfügung gestellt werden.

Eine SSD ist indes noch sparsamer und das trotz höherer Datenübertragungsgeschwindigkeiten. Leider sind diese Laufwerke in den benötigten Speichergrößen noch sehr teuer und in der Regel keine Alternative. Den Unterschied zwischen SSD und HDD erklären wir an anderer Stelle.

Da bei einem reinen “Konsolenzusatzspeicher” die Notwendigkeit der Mobilität praktisch nicht vorhanden ist und aufgrund des ohnehin notwendigen Stromanschlusses einer Konsole und eines Fernsehgerätes in der Regel auch noch Platz für ein externes Netzteil bestehen sollte, schließt sich die 3,5“-Festplatte bei dieser Anwendungsform nicht vollständig aus.

 Die Speichergröße

Nachdem nun geklärt ist, welchen Formfaktor man wählen kann, sollte man sich über die Größe des Massenspeichers Gedanken machen.

Wenn man davon ausgeht, dass künftig die Spiele eher größer als kleiner ausfallen und ein gängiges AAA-Spiel rund 50 GB an Datenvolumen verbraucht, lässt sich eine Beispielrechnung aufstellen.

Wählen wir eine 1 TB-Festplatte und nehmen einmal an, dass sich das Betriebssystem der Konsole automatisch 20 % an Speicherplatz einverleibt, dann bleiben etwa 800 GB für Daten verfügbar.
Das wären bei einer durchschnittlichen Spielgröße von 50 GB ohne jegliche DLC und andere Erweiterungen 16 Spiele.

Nehmen wir aber als Beispiel Forza Horizon 4, so müssen wir schon für das Grundspiel 65-70 GB veranschlagen, plus die Erweiterung für Spiel-Addons wie Fortune Island, ein paar Carpacks sind schnell 100 GB Speicherplatz verbraucht.

Hat man nun noch GOLD um gemeinsam mit Freunden spielen zu können, besteht ja noch die Option der Installation von den GAMES-WITH-GOLD oder Free2Play-Games wie TERA oder Fortnite. Auch als Nutzer des GAMEPASS ist die wahrscheinlich groß, dass man wesentlich mehr Datenvolumen zur Verfügung haben möchte.

Um einfach mal eine gute Mischung aus Indie-Games, AAA-Titeln und Spielen mit einigen DLC und anderem Zusatz-Content zu vermitteln habe ich meine 3 TB-Festplatte als Beispiel genommen. Ich kann rund 110 Spiele installieren, wobei auch Games wie „A Kingdom of Keflings“ oder „DOOM“ zu erwähnen sind, aber auch FH4, The Division oder Far Cry 3, 4 und 5 mit allen DLCs.

Für mich persönlich würde auch eine kleinere Festplatte reichen, aber es ist schön auch mal etwas Abwechslung zu haben – ohne gleich ein Spiel deinstallieren zu müssen. Denn bei den digitalen Games ist die Installation teilweise sehr langwierig.

Eine Beispielrechnung findet ihr hier: https://torfusan.4lima.de/?p=342

Daher sollte man nicht über eine 500 GB-Festplatte als Erweiterung nachdenken.

 Fassen wir zusammen

Als reinen Datenspeicher für die Konsole käme sowohl eine 3,5“ als auch eine 2,5“ Festplatte in Frage. Bei allen anderen Anwendungsbereichen beschränken wir uns auf eine 2,5“-Festplatte.

Ob es eine SSD oder eine HDD ist hängt vom Nutzer ab. Wer absolute Stille möchte und auf jede Nanosekunde an Ladezeit wert legt, der sollte sich um eine SSD bemühen. Allen anderen stehen auch die günstigeren HDDs zur Auswahl.

Was die Datenübertragung betrifft, so beschränken sich die Hersteller inzwischen auf USB 3.0 oder höher. Alles andere würde auch bei den Datenmassen keinen Sinn ergeben. Somit stellt sich nun nur noch die Frage: Fertiges Paket oder selbst zusammenbauen?

Inzwischen sind die Preise für Datenspeicher sehr gering. Aus eigener Erfahrung müssen wir jedoch von den Ultra-Billig-Anbietern abraten. Hier kann es schnell mal zu Schreib- und/oder Lesefehlern kommen. Deshalb sollte man von Refurbished (Wiederaufbereiteten) Varianten Abstand nehmen und auch bei extrem günstigen Preisen eher vorsichtig sein.

Bei Markenprodukten von Western Digital, Seagate, Maxtor oder Intenso kann man hingegen getrost zugreifen.

Einst gab es noch großes Sparpotential indem man Festplatte und Gehäuse separat erwarb und sich seine externe Festplatte selbst zusammenschraubte. Diese Zeiten sind inzwischen Geschichte. Was vor einem Jahr tatsächlich noch Sinn machte ist inzwischen unsinnig und unnötig.

Lediglich bei Speichervolumen ab 4 TB könnte man wieder über den Eigenbau nachdenken. Doch hier würde man wohl eher zu einem NAS greifen als zu einer externen Festplatte. Und zwei 4 TB-Festplatten extern wären vermutlich günstiger als eine 8 TB im externen Schublädchen.

Schlussfolgerung
Inzwischen sind die Preise für externe Festplatten so stark gesunken (wohl aufgrund des hohen Verkaufsvolumens), dass sich die Investition zum selbst zusammenschrauben einfach nicht mehr lohnt. Wer allerdings noch eine Festplatte zuhause hat, sollte sich überlegen ein externes Gehäuse zu kaufen. Speicherplatz im Schrank liegen zu lassen ist schließlich Verschwendung.

 Zu den Preisen

Die Preise schwanken stark zwischen NoName-Anbietern und Markenherstellern. Auch das Design des Gehäuses ist für viele ein wichtiges Kriterium, wobei es in der Regel keinen Einfluss auf das Laufwerk selbst hat. Einzig der Vorteil von Aluminiumgehäusen sei angemerkt, da durch eine gute Wärmeableitung die Lebensdauer eines Datenträgers positiv beeinflussen kann.

Um eine Vorstellung von den Preisen zu bekommen haben wir eine kleine Übersicht mit aktuellen Preisen vom 01. März 2019 zusammengestellt. Da die Preise für Festplatten starken Schwankungen unterliegen dienen die hier gezeigten Preise lediglich als Richtwerte bzw. Beispiele!

Wie wir bereits festgestellt haben, sollten wir uns auf die fertigen externen Laufwerke konzentrieren. Ob nun “klein” oder “groß” muss jeder für sich selbst entscheiden.

Externe 2,5“-Festplatte (All-Inklusive)

Marke Speichergröße Preis
Maxtor 1 TB 49,95 €
Maxtor 2 TB 65,80 €
Intenso 3 TB 94,50 €
Intenso 4 TB 99,85 €

Externe 3,5“-Festplatte (All-Inklusive)

Marke Speichergröße Preis
Intenso 1 TB 54,50 €
Intenso 2 TB 65,90 €
Verbatim 3 TB 94,95 €
Intenso 4 TB 92,80 €

 Der Vollständigkeit halber

Um einfach mal einen Einblick zu geben oder für jene, die vielleicht noch eine zusätzliche Platte für ihren PC brauchen: Hier ein kleiner Einblick in die Preisstruktur für interne Festplatten und die passenden Gehäuse um aus Ihnen ein externes Massenspeichergerät zu machen.

Gehäuse

Logilink 2,5“ USB 3.0 inkl. Kabel 6,60 €
CNMEMORY Mistral 3,5“ USB 3.0 inkl. Kabel & Netzteil 9,95€


2,5“-Festplatte (zusätzl. ext. Gehäuse nötig)

Marke Speichergröße Preis
Seagate 1 TB 43,89 €
Seagate 2 TB 79,95 €
Seagate 3 TB 121,85 €

3,5“-Festplatte (zusätzl. ext. Gehäuse nötig)

Marke Speichergröße Preis
Toshiba 1 TB 38,95 €
Western Digital 2 TB 59,85 €
Seagate 3 TB 83,95 €
Seagate 4 TB 119,00 €

2,5“-SSD (zusätzl. ext. Gehäuse nötig)

Marke Speichergröße Preis
Western Digital 1 TB 149,95 €
Western Digital 2 TB 339,00 €

Alle Preise verstehen sich inkl. MWSt. und zzgl. Versandkosten
Die Preisbeispiele wurden beim Händler POLLIN.de ermittelt.


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